Initiativen von  Nachbarschaftshilfe während der Corona-Krise

Die AG Dorfentwicklung möchte hier eine Reihe interessanter Beispiele aus Ostbelgien und Europa von Bürgerengagement und Nachbarschaftshilfe in Zeiten der Corona-Krise vorstellen. Die Vorstellung der Initiativen soll Menschen, Nachbarschaften oder Dorf- und Viertelgruppen zum Nachahmen anregen und erhebt natürlich kein Anspruch auf Vollständigkeit. Gerne können Sie uns weitere Beispiele zusenden!

Einrichten eines Dorftelefons

Um Nachbarschaftshilfe im eigenen Dorf zu organisieren, hilft eine zentrale Anlaufstelle. Ideal ist eine Telefonnummer einer Person, die gut erreichbar ist und viele Personen im Dorf kennt. Hier können sich Personen, die Hilfe anbieten möchten, und Personen, die Hilfe benötigen, z.B. beim Einkaufen, melden. Die zentrale Kontaktperson kümmert sich darum, Hilfesuchende und Helfer miteinander in Kontakt zu bringen. Damit sich nicht immer die gleiche Person kümmern muss, kann man auf seinem Anrufbeantworter alternative Telefonnummern angeben oder eine Rufumleitung einrichten. Wenn möglich, informiert man im eigenen Dorf via (digitale) Mund-zu-Mund-Propaganda und Postwurf über die Aktion und die Kontaktadresse. Einige Dörfer haben auch eine Emailadresse für Hilfeanfragen eingerichtet. Vielen Menschen fällt es schwer, um Hilfe zu bitten. Deshalb hilft es, wenn man proaktiv Unterstützung angeboten bekommt.
Beispiel 1: Dorfgruppe Montingen (Montenau-Iveldingen)

Beispiel 2: KFC Büllingen (Facebook-Link)

Sicher helfen

Wer anderen Personen, die als Corona-Risikogruppe gelten oder in Quarantäne sind, hilft, indem er Einkäufe für sie erledigt, sollte unbedingt Sicherheits- und Hygieneregeln beachten und den persönlichen Kontakt komplett vermeiden! Hier kann man mit digitalen Einkaufslisten oder Einkaufslisten, die am Briefkasten abgelegt werden, arbeiten und das Geld für die Einkäufe überweisen.
Genaue Informationen zum sicheren Helfen: https://www.covid-solidarity.org (FR/NL/EN) oder unter  https://www.die-einkaufshelfer.de (Deutschland)

Corana-Helfer werden zusätzlich versichert

Das Engagement vieler freiwilliger Helfer in der Corona-Krise möchte Ministerin Isabelle Weykmans nun mit einer kostenlosen Versicherung unterstützen.
Die bisherige Versicherung für Freiwillige ist geknüpft an Vereinigungen. Mit der jetzigen Ausweitung können sich auch Einzelpersonen oder freie Gruppen, die nicht über einen Verein organisiert sind, unbürokratisch und schnell versichern lassen. Zustande gekommen ist die Ausweitung durch das bereitwillige Entgegenkommen des aktuellen Versicherungsgebers Ethias, der binnen kürzester Zeit die Erweiterung des Versicherungsschutzes – im Rahmen der gemeinsamen Struktur „Ostbelgien hilft–Solidarität in der Coronakrise“ – ermöglichte.

Wie kann ich den Versicherungsschutz in Anspruch nehmen?

Eine E-Mail mit dem Namen, einer Telefonnummer sowie einer Kurzbeschreibung der ehrenamtlichen Tätigkeit an dieter.gubbels@dgov.be genügen und die Anmeldung bei Ethias ist erfolgt. Die Versicherung bietet einen umfassenden Versicherungsschutz für freiwillige Aktionen im Rahmen der Corona-Hilfen: Die Versicherung der Haftpflicht des Ehrenamtlichen und dessen körperliche Schäden, die er bei seiner Aktivität oder auf dem Hin- oder Rückweg erleiden könnte unter Ausschluss der Schäden, verursacht durch die Ansteckung mit Covid 19. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nur Tätigkeiten versichert sind, die im Rahmen der durch die Pandemie geltenden Bestimmungen ausgeübt werden dürfen.

Corona Solidaritätsfonds der König-Baudouin-Stiftung für Ostbelgien

Wir sind alle von der COVID-19-Epidemie betroffen. In der gegenwärtigen Gesundheitskrise hat die König-Baudouin-Stiftung einen „Fonds für solidarisches Leben Ostbelgien“ eingerichtet. Ziel ist, schnell
und effizient zu helfen. In diesen Fonds können sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen spenden, diese Mittel werden für Initiativen der Krankenhäuser und der Pflegeheime in Ostbelgien eingesetzt (z.B. schnelle, pragmatische, unbürokratische Hilfeleistung in Notsituationen der Spitäler und Heime, Unterstützung bei Ankauf von Schutzkleidung, Masken, …).
Alle Infos unter https://www.kbs-frb.be/de/

Animationen für Kinder auf Youtube

Eine ostbelgische Schulsozialarbeiterin erstellt für Kinder bis 11 Jahre ein tägliches Video zusammen mit der Ella Eule und Seppo dem Raben.

Vielleicht für viele Kinder wie ein Ritual das beruhigt und ihnen zudem einen kleinen Anstoss gibt etwas zu malen, zu basteln, zu schreiben oder zu spielen aber auch sich mal auf eine Fantasiereise einzulassen.

Hier der Link zum youtube-Kanal

Facebook: Sternstunden mit Ella und Seppo
Instagram: ellaundseppo

Bärenspaziergang

Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder an der frischen Luft sind aktuell begrenzt. Damit sie mehr Spaß am Spazieren finden, wurden in verschiedenen Gegenden Teddybären an Fenstern aufgestellt, sodass kleine Kinder auf Bärensuche gehen können. In Eynatten macht aktuell die Dorfschule Werbung, damit viele Menschen mitmachen. Eine Aktion, die einfach nachgemacht werden kann.
https://brf.be/national/1369429/

Online-Schnitzeljagd durch Dorf

Die KLJ Eynatten hat sich für die Zeit ohne die geliebten Gruppenstunden was besonders einfallen lassen. Man kann eine online-Schnitzeljagd durchs eigene Dorf machen. Lust so etwas fürs eigene Dorf einzurichten? Schaut es Euch auf der Facebook-Seite der KLJ Eynatten an!

Kostenlose Nachhilfe in Niederländisch per Skype

Emi de Graeve stammt und aus Flandern und lebt nun in Hergersberg (Gemeinde Büllingen). Sie bietet allen Schülerinnen und Schülern ind der schulfreien Zeit kostenlosen Nachhilfeunterricht in Niederländisch an. Da dies im direkten Kontakt nicht möglich ist, wird der Unterricht über Skype organisiert. Wer Interesse hat, kann Emi direkt per Mail kontaktieren und alle Absprachen treffen: emi.hergersberg@outlook.be

Jugend hilft

Jugendliche, die jetzt auf Grund der Corona-Pandemie keine Schule haben, können ihre Zeit nutzen, um sich in Ihrer Ortschaft zu engagieren, z.B. als Einkaufshelfer. Sie können auch in ihrem Freundeskreis dazu motivieren, die Situation ernst zu nehmen und zu Hause zu bleiben. Sie können sich bei Freunden und Bekannten, aber auch bei einsamen Menschen in ihrer Ortschaft melden und ihnen Mut machen. Die Maria-Goretti-Schule ruft z.B. ihre Schüler dazu auf, einer älteren Person in der Ortschaft eine nette Postkarte zu schreiben.

https://www.maria-goretti.be/brussel4a-3/

http://www.ostbelgienlive.be/desktopdefault.aspx/tabid-71/211_read-59554/

Postkarten schreiben

Postkarten können ein Mittel sein, um sehr persönlich anderen Menschen Mut zu machen oder einfach nur zu zeigen, dass man an sie denkt. Wer mag, kann seine Postkarte mit eigenen Fotos gestalten und digital via App verschicken.
https://www.bpost.be/site/fr/envoyer/lettres-cartes/faites-vos-timbres-et-carte-en-ligne/mobile-postcard (FR)

Blutspenden

Das rote Kreuz benötigt auch in der jetzigen Zeit Blut- und Plasmaspenden. In den Räumlichkeiten, in denen die Blutspenden stattfinden, werden die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die nächsten Blutspendentermine finden am 31.03. in Welkenraedt, am 01.04. in Büllingen, am 07.04. in Eupen, am 08.04. in Bütgenbach und am 17.04. in Burg Reuland statt. Die genaue Uhrzeit der Blutspende wird im Vorfeld telefonisch vereinbart.
Weitere Informationen: https://www.donneurdesang.be

Kreatives Dankeschön für medizinisches und pflegerisches Personal

Eine sehr nette Idee aus Hannover: 100 Dankeschöns für medizinisches Personal packen.
Hier der entsprechende Link.

Liefer- und Abholservices hiesiger Geschäfte

Viele Bäckereien, Metzgereien, Lebensmittelgeschäfte und Restaurants bieten aktuell einen Liefer- und/oder Abholservice an. Auch Buchhandlungen liefern nach Hause. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat auf ihrer Webseite eine Liste mit allen bekannten, regionalen Lieferdiensten veröffentlicht:

https://www.ihk-eupen.be/de/02_info/CORONA/einzelhandel_restaurants.html

Wie könnt ihr eure Lieblingsgeschäfte vor Ort noch unterstützen? –  Nicht dringende Einkäufe auf später verschieben oder im Onlineshop eures Lieblingsgeschäfts bestellen. Gutscheine kaufen und später im Laden einlösen, wenn er wieder geöffnet hat. Gute Bewertungen für euren Lieblingsladen in Onlineportalen oder bei google abgeben. Außerdem können Vermieter von Ladenlokalen ihren guten Mietern einen Mieterlass gewähren.

Lebensmittelhilfe für Bedürftige im eigenen Dorf

Die Gruppe „Raeren hilft“ sammelt Spenden von Lebensmitteln und Hygieneartikeln und bringt sie zu Bedürftigen nach Hause.

Suppen für bedürftige Familien kochen

In Brüssel haben sich mehrere soziale Organisation zum Projekt „Robin Food“ zusammen geschlossen. Sie kaufen auf den Grossmärkten und Auktionshallen der Stadt das Gemüse auf, wo sich normalerweise Händler, Supermärkte und Gastronomen mit frischer Ware versorgen. Weil die Restaurants geschlossen sind, bleibt in diesen Tagen aber viel liegen. Zum anderen kommt das Gemüse auch von regionalen Lieferanten, die ihre Ware krisenbedingt auch nicht an den Mann und die Frau gebracht bekommen. Die überschüssige Ware wird in Brüssel also nicht weggeworfen, sondern gespendet. Bereits 10.000 Liter Suppe hat das Robin-Food-Projekt daraus gekocht, abgefüllt in Ein-Liter-Glasflaschen mit schickem Etikett. Die Suppe wird dann zum Beispiel über die Lebensmittelbanken des Roten Kreuzes an Bedürftige verteilt. Mehr Infos hier im BRF-Bericht.

Kirche im Netz

Da die Gottesdienste nicht stattfinden können, bieten die ostbelgischen Pfarrverbände alternative Möglichkeiten des gemeinsamen Betens und Gebete für Erwachsene und Kinder zur Corona-Pandemie an.
Weitere Informationen bzw. einige gute Beispiele:

Nachbarschaftshilfe auf facebook

Es gibt in Ostbelgien verschiedene Facebook-Gruppen oder Webseitern, in denen Bürger, die einander helfen wollen, sich kennenlernen und austauschen können. Es werden Hilfe-Angebote eingestellt, Neuigkeiten zum Thema Corona und den Schutzmassnahmen ausgetauscht usw. Hier einige Beispiele und Links zu den FB- und Webseiten:

Live-Musik vor Pflegeheim

Musik macht Mut. Hier ein Beispiel: https://www.dailymotion.com/video/x7st39z

Gemeinsam online Kochen und Essen

Wenn einem die gewöhnlichen Skype-Partys, zoom-Treffen oder Teams-Unterhaltungen zu langweilig werden, gibt es eine nette Idee aus Hamburg: man trifft sich digital zum gemeinsamen Kochen, Essen und Unterhalten/Kennenlernen: https://ueberdentellerrand.org/veranstaltung/online-abendessen-rund-um-zucchini/
Nachmachen gerne erlaubt!

Was sind eure Ideen?

Kennt ihr oder habt ihr weitere Ideen, wie sich Nachbarn und Dorf-/Viertelsbewohner in der aktuellen Zeit gegenseitig unterstützen können? – Falls ja, bitte schickt sie uns. Wir würden sie dann in einem weiteren Newsletter bündeln. So können auch Menschen in anderen Ortschaften von euren Ideen profitieren.

Weiterleiten und Teilen erwünscht!

Dorfgruppe Montingen entwickelt ihr zukünftiges Leitbild

Die Dorfgruppe „Montingen“ der Doppelortschaft Montenau-Iveldingen hat sich durch den Gewinn des Dorfentwicklungspreises 2019 für den Europäischen Dorferneuerungspreis 2020 qualifiziert. Als Vorbereitung auf die Bewerbung erarbeiteten sie unter Leitung von Dr. Ute Fischer und Prof. Dr. Henning Bombeck von der „Schule der Landentwicklung Mecklenburg-Vorpommern“ während eines Wochenendes ein Leitbild und einen Maßnahmenkatalog für zukünftige Projekte.

Der Workshop wurde von den Ländlichen Gilden organisiert und von der Deutschsprachigen Gemeinschaft finanziert. Er wird dem Siegerdorf des regionalen Wettbewerbs angeboten, um sich bestmöglich auf die Bewerbung beim Europäischen Dorferneuerungspreis vorbereiten zu können.
Ute Fischer und Henning Bombeck kommen von der Schule der Landentwicklung Mecklenburg-Vorpommern, die mit anderen Schulen der Dorfentwicklung in Deutschland und Österreich und den Ländlichen Gilden in Belgien im Netzwerk „Europäisches Bildungsforum für Ländliche Entwicklung“ aktiv sind und sich regelmäßig austauschen.

Die Bilder des Workshops gibt es in der Galerie

Hier ein Link zur Webseite der „Schule der Landentwicklung Mecklenburg-Vorpommern“ mit einem Bericht zur Veranstaltung.

Info-Abend „Natürlich Dorf!“ fand am 4. November im Naturparkzentrum Botrange statt

Unter dem Titel „Natürlich Dorf!“ ludt die Arbeitsgruppe Dorfentwicklung am 4. November alle Dorfaktivisten und interessierten Bürger zum kostenlosen Info-Abend „Natürlich Dorf“ ins Naturparkzentrum Botrange ein.

Rund 30 interessierte Besucherinnen und Besucher folgten dem Aufruf und lauschten aufmerksam den sechs Kurzvorträgen über gelungene Projektideen oder Hilfestellung seitens Organisationen rund um die Themen, Naturschutz und Artenvielfalt.

Erfolgreicher Dorfentwicklungspreis 2019

Die Doppelortschaft Montenau-Iveldingen gewinnt den Dorfentwicklungspreis und vertritt Ostbelgien 2020 beim Europäischen Dorferneuerungspreis.

Die Ländlichen Gilden organisierten im Auftrag der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft in diesem Jahr einen Dorfentwicklungspreis, die Nachfolgeveranstaltung des früheren Dorfwettbewerbes. Doch nicht nur der Name, sondern auch das Konzept hat sich verändert. So stand nicht mehr der Wettbewerb im Vordergrund, sondern das Voneinander Lernen der Teilnehmerdörfer. Die Jury- und Expertengruppe reiste nicht mehr von Dorf zu Dorf, sondern alle drei teilnehmenden Ortschaften präsentierten sich gemeinsam der Jury und konnten so voneiner lernen und austauschen.
Als Vertreter Ostbelgiens im kommenden Europäischen Dorferneuerungspreis 2020 wurde die Doppelortschaft Montenau-Iveldingen von der Jury ausgewählt.

Hier finden Sie Links zu den Beiträgen der Presse:

– BRF-Fernsehbeitrag

– GrenzEcho-Artikel vom 24. Juni

Bilder des Dorfentwicklungspreises finden Sie in unserer Galerie.

Exkursion der guten Beispiele ins Saarland

Nach einigen Jahren Pause organisierten die Ländlichen Gilden am Samstag, 27. April nochmal eine sogenannte „Exkursion der guten Beispiele“ in Sachen Dorfentwicklung. Diesmal ging es ins nördliche Saarland, wo in drei verschiedenen Gemeinde mehrere interessante Projekte mit dem Schwerpunkt demografischer Wandel besucht wurden.

Zum einen ging es in der Gemeinde Freisen um ein intergenerationelles Projekt bei dem die gemeindeeigene Infrastruktur durch die gleichzeitige Nutzung durch den Kindergarten und des Seniorentreffs optimal ausgenutzt wird und dabei noch sozialer Austausch entsteht. Die Exkursion, die durch den ortsansässigen Experten und zuständigen Ministeriumsmitarbeiter Otmar Weber organisiert und begleitet wurde, führte dann nach weiter nach St.Wendel-Hoof, wo uns interessante Beispiele von aktiven Ehrenamt gezeigt wurden, die u.a. ein Dorfbistro gemeinsam betreiben. Nachmittags ging es weiter es in das Bohnetal, wo mehrere Gemeinden tolle gemeindeübergreifende Projekte gestartet haben, um die Kräfte zu bündeln und diese für die Bürger einzusetzen.

Hier finden Sie Links zu den einzelnen Gemeinden und Projekten:

– Kita-Projekt Hand in Hand der Gemeinde Freisen

– Hoof im Ostertal

Bohnetaler Muske(l)tiere, Bohnentaler Selbermacher, Bohnentaler Staffellauf

Bilder der Exkursion finden Sie in unserer Galerie.